Geschichte und Auftrag der Universität

Geschichte

1989 konzipierte eine Gruppe visionärer Intellektueller – die meisten von ihnen waren prominente Mitglieder der antikommunistischen demokratischen Opposition – eine internationale Universität, die den Übergang von der Diktatur zur Demokratie in Mittel- und Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion erleichtern sollte. Unter ihnen war George Soros, der ungarisch-amerikanische Finanzier und Philanthrop, der zwei Jahre später die Central European University gründete.

Soros setzte sich für das Projekt ein, weil er der Ansicht war, dass offene Gesellschaften nur mit Menschen in verantwortungsvollen Positionen gedeihen können, die dafür auch ausgebildet wurden. Seine Vision war es, ProfessorInnen und StudentInnen aus der ganzen Welt zusammen zu bringen, um eine einzigartige Institution aufzubauen, eine Institution, die zukünftige Generationen von Gelehrten, Fachleuten, PolitikerInnen und Führungspersönlichkeiten der Zivilgesellschaft ausbildet, die dann ihre Fähigkeiten und ihr Wissen einsetzen, um offene und demokratische Gesellschaften aufzubauen, die auf der Achtung der Menschenrechte und der Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit basieren.

Die CEU wurde 1991 als Multi-Campus-Universität gegründet, die in Prag, Budapest und später auch in Warschau Masterstudiengänge vor allem in den Sozial-, Rechts- und Geisteswissenschaften anbot. Die Studierenden – anfänglich nur etwas über 100 – kamen vor allem aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Aktivitäten wurden schrittweise an der CEU in Budapest konsolidiert, die dann 1995 zum Hauptcampus wurde. Im Jahr 2019 eröffnete die CEU ihren Campus in Wien, wo ab nun Studierende aus aller Welt ihr Studium aufnehmen werden.

Unsere Mission

Die Central European University ist eine Hochschule für Forschung und Lehre auf höchstem Niveau, die sich der sozial und moralisch verantwortlichen intellektuellen Forschung widmet. Mit neuen Bachelorstudiengängen baut das Bildungsprogramm der CEU auf dem Forschungserbe großer amerikanischer Universitäten und den intellektuellen Traditionen Mitteleuropas auf. Die Universität zeichnet sich durch einen international vielfältigen Lehrkörper und eine ebensolche Studentenschaft aus, engagiert sich im sozialen Bereich und ist stolz auf ihre Geschichte akademischer Leistungen und politischer Veränderungen.

Intellektuelle Erkundung

Die CEU besteht aus 13 Fachbereichen, zwei Instituten und weltweit führenden Forschungszentren, die ihren Schwerpunkt auf Sozial- und Geisteswissenschaften, Wirtschaft, Recht und öffentliche Ordnung legen und Master- und Bachelorstudiengänge anbieten. Viele der akademischen Studiengänge der Universität sind international anerkannt, und die Universität investiert weiterhin in spannende neue Bereiche wie die Kognitionswissenschaft und Network Science.

Von Anfang an hat die CEU das Beste aus den amerikanischen akademischen Traditionen und dem regionalen Intellektualismus zusammengeführt. Folglich ist die CEU in einer einzigartigen Position und bestens gerüstet, um die vielfältigen, religiösen, kulturellen, historischen und philosophischen Dimensionen der Welt zu erforschen.

Der internationale Lehrkörper der CEU kommt aus über 50 Ländern und verfügt über Abschlüsse von weltweit führenden Universitäten. Wir haben ein außergewöhnliches Studierenden-Lehrenden-Verhältnis von 7:1. Nahezu 200 ständige und 170 GastprofessorInnen und DozentInnen sorgen dafür, dass die Studierenden von einer Vielfalt an Ideen, Fachwissen und Lehrstilen profitieren. Unsere ProfessorInnen werden ermutigt, mindestens die Hälfte ihrer Zeit mit Forschungsaktivitäten zu verbringen, von denen viele in den universitätseigenen Forschungszentren untergebracht sind.

Studien an der CEU verbinden Disziplin und Stringenz mit interdisziplinären Bestrebungen, die sich auf kritische Fragen konzentrieren, welche für die Politik im 21. Jahrhundert von Bedeutung sind. Die CEU fördert ein Umfeld, in dem die Werte einer offenen Gesellschaft gedeihen und kritische Debatten gefördert werden.

Der interdisziplinäre Ansatz

Als junge und flexible Institution ermöglicht und ermutigt die CEU ihre Lehrenden und Studierenden sich interdisziplinär mit den komplexen sozialen und politischen Fragen des 21. Jahrhunderts auseinanderzusetzen, wie, zum Beispiel, Bioethik und Unternehmensverantwortung, Klimawandel und ökologische Sicherheit, Medienfreiheit und Datenschutz, Gentrifizierung und Urbanisierung, Minderheiten- und Geschlechterpolitik, Terrorismus und Sicherheit.

So steht die CEU z.B. mit dem Center for Network Science (Zentrum für Netzwerkwissenschaften) an der Spitze eines aufstrebenden Bereichs, der unter anderem Physik, Informatik, Wirtschaft, Politikwissenschaft und Umweltstudien umfasst. Der Fachbereich für Internationale Beziehungen arbeitet mit dem Fachbereich für Umweltwissenschaften und -politik zusammen, der sich mit Konflikten um die Sicherheit unerlässlicher Ressourcen befasst, nämlich Energie, Nahrung und Wasser.

Das Institut für Politik motiviert Studierende sich in einem "Herzensprojekt" zu engagieren, in dem es darum geht, mögliche Antworten auf eine konkrete politische Herausforderung zu erarbeiten und sie einer "Auftraggeberorganisation", z.B. einer NGO oder einer multinationalen Organisation, zur Verfügung zu stellen.

Die an der CEU beheimatete Menschenrechtsinitiative bringt externe Fachleute zusammen und bietet monatlich eintägige Intensiv-Workshops zu Kommunikation, Ressourcensicherstellung /Akquise und Projektmanagement für Studierende, Lehrkräfte und MitarbeiterInnen an.